Saisonagli

Mariage

Allegro

Psalm 44

Infiorata

Das videopoetische Werk „Infiorata“ widmet sich dem Thema Umwelttransformation, Entität und Gender in der Musik. Seinem Titel nach stellt es eine abstrakte Anspielung an die Konzeption des katholischen Sakramentes als Wechselbeziehung zwischen den erkennbaren  und unerkennbaren Realitäten in Anlehnung an die Fragenstellung der Quantenphysik dar.

Durch die alltäglichen menschlichen Versuche die Umwelt zu erneuern, werden Instabilität und Unvollkommenheit – durch unsere Betrachtung reflektiert – in sie eingebracht. Dabei entstehen Welten, die durch die Position ihres Betrachters voneinander abgegrenzt werden.  Eine mittelbare Beobachtung der Umwelt – durch eine Linse, im weitesten Sinne dieses Wortes – schafft eine Relation oder sogar ein Äquivalent zwischen einer Pseudorealität und einer Pseudovirtualität. Jede Erneuerung (oder auch eine Pseudoerneuerung) schafft eine Umweltentropie.

Die aktive Werkebene soll in unsere Umweltkollusion reflektieren, die eine Art permanenter Annektierung der Naturräume ist, die uns nicht gehören. Nach Werner Heisenberg sollen wir allerdings beachten, dass die Umwelt, die wir beobachten und vervollkommnen wollen, nicht die eigentliche Umwelt ist, sondern eine solche, die durch unsere Fragestellung entsteht. Die Frage, ob eine jede solche Absicht gleich eine Störung des Gleichgewichtes bedeutet, wird ausschließlich durch die Position des Betrachters bestimmt. Was außer seiner Betrachtung besteht, bleibt dabei verborgen.